Wer bei sich selbst beobachtet, dass er zu viel trinkt, sucht oft nur Informationen, die ihm zeigen sollen, dass ein Alkoholkonsumverhalten noch nicht so schlimm ist. Dazu zählen auch, dass man sich Menschen vor Augen hält, die weitaus mehr trinken. Diese Sichtweise macht es sehr schwer, das eigene Verhalten in der Frage des Alkoholkonsums für sich selbst richtig einzuschätzen. Viele Lebensgeschichten von heute trockenen Alkoholikern zeigen auf, dass sie selbst so mal gedacht haben. Die Einsicht in die eigene Erkrankung ist sehr schwer. Auch wenn das persönliche Umfeld bemerkt und man auch schon auf darauf angesprochen wurde, das man zuviel Alkohol trinkt, möchte man selbst sich nicht eingestehen, alkoholkrank zu sein. Es wird nach Gründen besucht, warum der Alkoholkonsum für sich selbst nicht so schlimm sein kann. Die Begründungen sind oft das Glas Wein zur Entspannung oder das Feierabendbier, um den Tag ausklingen zu lassen. Regelmäßiger Alkoholkonsum kann aber zur Alkoholabhängigkeit führen.

Die Suche nach Informationen sollte daher darauf ausgerichtet sein, ob mein eigener Alkoholkonsum schon als gefährlich eingestuft werden kann und nicht danach, ob andere Menschen vielleicht noch entschieden mehr Alkohol konsumieren. Es nützt niemanden etwas, wenn andere Menschen mehr Alkohol trinken, aber von selbst alkoholabhängig geworden ist. Um die richtigen Informationen für sich zu finden, ist natürlich die Ehrlichkeit sich selbst gegenüber sehr wichtig. Ausreden, sich selbst belügen oder eine Bestätigung der eigenen Gedanken zu suchen, wird nicht helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Jede Alkoholsucht ist individuell, daher können alle Bücher für Alkoholkranke und alles Informationsmaterial nur unterstützend wirken. Je nach dem eigenen Gedanken, werden diese Informationen so hilfreich sein, wie ich ehrlich zu mir selbst bin

Hilfe für einen Alkoholiker kann nur ankommen, wenn der Alkoholiker diese Hilfe auch möchte.