Von jung bis alt


Ein Leben in Heimen, das ist wohl das schrecklichste, was man sich nur vorstellen kann. Allerdings gibt es tatsächlich Menschen, die ihr ganzes Leben lang in Einrichtungen der Fürsorge und Pflege verbracht haben. Vor allem die Kriegsgeneration hatte es nicht leicht. Im Krieg die Eltern verloren, einen psychischen Schaden dabei erlitten, und schon ist man bis auf Weiteres unter der Obhut fremder Menschen. Begonnen wird dann in der Regel in einem Kinderheim. Hat ein Kind beide Eltern verloren, ist das schon ein traumatischer Einschnitt in das noch junge Leben. Dann noch der Umzug in ein Kinderheim. Wieder auf fremde Menschen einstellen, sich wieder unterordnen und seinen Platz in der sozialen Rangliste finden. Fast schon zu viel für eine Kinderseele. Der eine oder andere psychische Defekt bleibt da nicht aus.

Damals waren die Ärzte noch wesentlich schneller und unbedachter bei der zwangsweisen Unterbringung in einem Behindertenheim. Also der nächste Umzug in die nächste Einrichtung. Dort beginnt nun das ganze Spiel um den sozialen Rang und die Ordnung von neuem. Es bleibt auch hier nicht aus, dass man sich selber nicht leiden kann, und sich eventuell auch kleiner macht als man ist. Also wird man weitergereicht. Die nächste Einrichtung empfängt einen auch mit offenen Armen. Damals waren die Heime maßlos überfüllt. Es gab nur Schlafsäle und keine Doppel- oder Einzelzimmer. Zu zehnt in einem Raum war keine Seltenheit. Mit der Zeit wird der Mensch älter und älter und irgendwann benötigt er dauerhafte Pflege und Betreuung. Also wird er nun weiterverlegt in ein Pflegeheim. Das soll hoffentlich der letzte Umzug gewesen sein.

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